Artikel Es gibt nur einen unbestimmten Artikel: an, wie an sark, eine Kirche. Weiterhin gibt es zwei Arten bestimmter Artikel: dentallose Artikel sowie Dentalartikel. Der dentallose Artikel heißt a, oder vor sächlichen Substantiven im Singular at, beispielsweise a prääster, der Pastor, at hood, der Kopf (aber: uun't hood, im Kopf). Der Dentalartikel heißt analog di oder det, wie di ual maan, der (jener) alte Mann, det ual dör, die (jene) alte Tür. Der Dentalartikel wird verwendet, wenn das Substantiv schon einmal erwähnt wurde. Nach Präpositionen fehlt bisweilen der bestimmte Artikel, wie bi strun, am Strand – ein altertümlicher Zug des Inselnordfriesischen.
Personalpronomen Es gibt, anders als im Deutschen, jeweils nur eine Subjektform und Objektform des Personalpronomens. Beispiele: ik, mi, ich, mir/mich, dü, di, du, dir/dich, hi, ham, er, ihm/ihn Die Personalpronomen werden teilweise verkürzt: ik wird zu 'k, dü zu 't, und so weiter. Die Objektform des Personalpronomens kann in der dritten Person als Reflexivpronomen verwendet werden: hi dreit ham am, er dreht sich um.
Possessivpronomen Bei den Possessivpronomen gibt es jeweils zwei Formen. Die a-Form steht vor männlichen Substantiven im Singular; sonst wird die i-Form verwendet: man, min, mein, dan, din, dein, und so weiter. Ein Beispiel zur Unterscheidung der beiden Formen: man maan, mein Mann, aber min wüf, meine Frau. Im Plural gibt es ebenfalls zwei Formen, die sich darauf beziehen, ob eine Familie oder größere Gemeinschaft gemeint ist: üüs jongen, unsere Kinder, aber üsens skuulmääster, unser Lehrer.
Demonstrativpronomen Das Demonstrativpronomen wird wie im Dänischen gebildet: im Singular dihir, jühir, dethir, dieser, diese, dieses, im Plural dönhir, diese. Diese Formen sind teilweise ungebräuchlich.
Interrogativpronomen Die Interrogativpronomen sind hoker?, wer, wem, wen?, und hög?, wessen?
Relativpronomen Es gibt nur ein gebräuchliches Relativpronomen, wat, der, die, das. Die Form diar ist veraltet. Steht im Deutschen eine Präposition vor dem Relativpronomen, steht im Öömrang huar (eigentlich: wo): det hüs, huar'er uun wenet, das Haus, in dem er wohnt.
Indefinitpronomen Beispiele für Indefinitpronomen sind ham, man, hoker, jemand, hög, einige (vergleiche die Interrogativpronomen), wat, etwas. Das deutsche Wort jede(r) wird im Öömrang unterschieden: uun arke hüs, in jedem Haus, aber uun eder hun, in jeder Hand. Falls es zwei Exemplare gibt, wie bei den Händen, wird eder verwendet.
Substantive Die Substantive haben nur je eine Form im Singular und Plural. Die Pluralform wird bei männlichen Substantiven durch das Suffix -er gebildet, wie aapel, aapler, Apfel, Äpfel. Einzelne männliche Pluralformen werden allerdings mit -en gebildet., wie büür, büüren, Bauer, Bauern. Eine weitere seltene Form sind Pluralformen, die mit -s gebildet werden, wie naiber, naibers, Nachbar, Nachbarn. Der Plural von weiblichen Substantiven wird stets mit -en gebildet (hun, hunen, Huhn, Hühner). Dies gilt auch für die meisten sächlichen Substantive, mit Ausnahmen wie hüs, hüseng, Haus, Häuser.
Adjektive Meist wird die Grundform des Adjektivs verwendet. Wenn das Adjektiv zwischen einem unbestimmten Artikel und einem männlichen Substantiv steht, wird -en angehängt. Beispiele: an aarm wüf, eine arme Frau, und di aarm maan, der (jener) arme Mann, aber an aarmen maan, ein armer Mann.
Verben
Infinitiv Die Verben haben, im Gegensatz zu anderen germanischen Sprachen, zwei Infinitivformen. Der Infinitiv I steht nach Hilfsverben und endet meist auf dem unbetonten -i, oder er ist endungslos. Der Infinitiv II steht nach tu, zu, und wird durch Anhängen von -n oder -en gebildet: swaari, antworten, am tu swaarin, um zu antworten.
Präsens Die Präsensform entspricht dem Infinitiv I. Ausnahmen sind die zweite und dritte Person Singular, die meist auf -est beziehungsweise -et enden. Auch der Imperativ Singular wird mit der Form des Infinitivs I gebildet: ik swaari, dü swaarest, hi swaaret, wi swaari (ich, du, er, wir antworten) und so fort, sowie: Swaari!, Antworte! Die Pluralform des Imperativs wird durch Anhängen von -m oder -em gebildet, wie Swaarim!, Antwortet!
Präteritum Die Formen des Präteritums sind bis auf die zweite Person Singular gleich.
Schwach konjugierte Verben auf -i Bei schwachen Verben mit Endung -i ist auch die Partizipform mit den Präteritumsformen identisch: ik swaaret, dü swaarest, hi swaaret, ich, du, er antworteten, und ik haa swaaret, ich habe geantwortet.
Schwach konjugierte Verben mit endungsloser Grundform Präteritumsform und Partizipform sind hier gleich. Es gibt hier zwei Fälle:Die regelmäßige Beugung, das heißt der Stammvokal bleibt unverändert: swääm, swäämt, swäämd, schwimmen, (er) schwimmt, (er) schwamm / (er ist) geschwommen, rik, rikt, rikt, rauchen, (er) raucht, (er) raucht / (er hat) geraucht saat, saat, saat, setzen, (er) setzt, (er) setzte / (er hat) gesetzt Die unregelmäßige Beugung, das heißt der Stammvokal ändert sich: sai, sait, saad, sagen, (er) sagt, (er) sagte / (er hat) gesagt bring, brangt, broocht, bringen, (er) bringt), (er) brachte / (er hat) gebracht
Stark konjugierte Verben Bei diesen Verben unterscheiden sich Präteritumsform und Partizipform. Es gibt insgesamt sieben Klassen von stark gebeugten Verben, von denen die Klassen vier bis sechs im Öömrang verschmolzen sind. Die Zuordnung zu einer Klasse erfolgt nach der Art des Ablauts in den verschiedenen Zeiten. In einer weiteren Gruppe stehen Verben, die sich nicht einer der Klassen zuordnen lassen.1. Klasse bitj, bat, bääd, beden, beißen, (er) beißt, (er) biss, (er hat) gebissen 2. Klasse flä, flocht, floog, flaanj, fliegen, (er) fliegt, (er) flog, (er ist) geflogen) 3. Klasse finj, fant, foon, fünjen, finden, (er) findet, (er) fand, (er hat) gefunden 4. bis 6. Klasse kem, komt, kaam, kimen, kommen, (er) kommt, (er) kam, (er ist) gekommen 7. Klasse luup, lääpt, lep, lepen, laufen, (er) läuft, (er) lief, (er ist) gelaufen Weitere stark gebeugte Verben sä, sjocht, siig, sen, sehen, (er) sieht, (er) sah, (er hat) gesehen
Modale Hilfsverben Die modalen Hilfsverben werden nach einem anderen Schema gebeugt:mei, mai, meest, mai, maad, maaden, mögen, (ich) mag, (du) magst, (er) magst, (er) mochte, (er hat) gemocht
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Boje auf Amrum
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